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MAUERGESCHICHTEN REVISITED: QUALIFIZIERUNG VON GUIDES AN DER STIFTUNG BERLINER MAUER

Bewerbungsfrist verlängert bis 3.8.2021

Die Stiftung Berliner Mauer entstand durch Gesetzesbeschluss vom 17. September 2008 als rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie umfasst die Standorte Gedenkstätte Berliner Mauer, Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Gedenkstätte Günter Lit­in und East Side Gallery.

Als öffentliche Institution der Geschichts- und Erinnerungspolitik sowie als wichtige Stätte für historisch-politische Bildung befindet sich die Stiftung Berliner Mauer in einem antidiskriminierenden Lernprozess, um die Vielfalt der Gesellschaft empowernd sichtbar und erlebbar zu machen sowie besser auf individuelle Bedürfnisse und Anknüpfungspunkte der BesucherInnen einzugehen. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet das von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien ge­förderte Projekt „Mauergeschichten revisited“. In Kooperation mit den Organisationen Each One Teach One (EOTO) e.V., korientation e.V., dem Türkischen Bund in Berlin-Bran­denburg (TBB) e.V. und Amaro Drom e.V erweitert das Projekt die bisherigen Erzählungen und die Vermittlungspraxis an den vier historischen Orten der Stiftung (Gedenkstätte Berliner Mauer, East Side Gallery, Erinnerungsstätte Marienfelde und Gedenkstätte Günter Lit­fin).

Dazu werden die bisher an den historischen Orten präsentierten Erzählungen kritisch auf in­stitutionelle und strukturelle Ausschlüsse hin untersucht und die identifizierten Leerstellen mit Inhalten gefüllt. Mit anderen Worten: Wessen Geschichte des Mauerfalls wird bis jetzt wie erzählt? Wer und was wird erinnert und vergessen? Wie erlebten Menschen mit eigener oder familiärer Migrations-/Fluchterfahrung und PoCs (People of Color) in Ost und West den Mauerfall und die darauffolgende Transformationsphase? Welche Erinnerungen an Teilung, Mauerfall und Wendejahre existieren in der heutigen postmigrantischen Gesellschaft, und wie verhalten sie sich zueinander? Diese veränderten Perspektiven und Lernmomente fließen in ein Qualifizierungsprogramm ein, welches gezielt gesellschaftlich benachteiligte Menschen mit strukturellen Zugangsbarrieren für die Gedenkstätten- und Museumsvermittlung weiterbilden möchte.

Das Programm vermittelt grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten, BesucherInnen die historischen Orte der Stiftung als verflochtene Erzählungen einer vielfältigen Gesellschaft in Führungen zu vermitteln. Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine Bescheinigung. Dafür suchen wir bis zu 20 Personen mit eigenen oder familiären Migrations- und/oder Fluchterfahrungen, sowie Menschen mit Rassismuserfahrung/ People of Color, die an der Qualifizierung/Weiterbildung teilnehmen. Eine spätere Beschäftigung als Guide an der Stiftung Berliner Mauer wird angestrebt, ist aber nicht Bestandteil dieser Ausschreibung.

Was erwartet Sie bei der Qualifizierung?

  • Wir bieten Ihnen ein vielseitiges Programm zu verschiedenen inhaltlichen und didaktischen Schwerpunkten der Vermittlungsarbeit an der Stiftung Berliner Mauer. Die Fortbildung besteht aus fünf Abend- und drei Wochenendveranstaltungen. Zeitraum der Qualifizierung ist voraussichtlich September bis Oktober 2021. Sollte die Corona-Pandemie andauern, wird die Qualifizierung in einem weitgehend digitalen Format durchgeführt werden. Sie sollten es einrichten können, die Kurstermine selbständig vor- und nachzubereiten. Literatur und weitere Materialien werden bereitgestellt.
  • Teilnehmende erhalten eine pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von voraussichtlich bis zu 400 Euro (bei einer Teilnahme an der gesamten Qualifizierung).
  • Kurssprache ist Deutsch.
  • Wir streben einen achtsamen Umgang mit rassistischen, sexistischen und klassenbezogenen Diskriminierungen an und arbeiten daran, entsprechende institutionelle Strukturen aufzubauen u.a. in Form einer Beschwerde- und Antidiskriminierungsstelle, an die Sie sich bei Bedarf jederzeit wenden können.

Voraussetzungen für die Teilnahme:

  • Sie haben Kenntnisse der deutschen Zeit- und Migrationsgeschichte nach 1945, interessieren sich für historisch-politische Fragestellungen und haben Freude am Lernen?
  • Sie sind in der Lage, historische Quellen und Literatur kritisch zu hinterfragen und geschichtliche Entwicklungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten? Sie studieren ein geistes-kultur- oder sozialwissenschaftliches Fach oder bringen Erfahrungen aus der freiwilligen kulturellen Arbeit mit (z.B. FSJ Kultur, FSJ Politik, BFD Kultur und Bildung)?
  • Sie verfügen über gute Kenntnisse der deutschen Sprache und sind idealerweise sogar mehrsprachig?
  • Sie kommunizieren und diskutieren gerne und haben Freude an der Vermittlung geschichtlicher Ereignisse und historischer Zusammenhänge?
  • Sie begegnen Ihrem Umfeld achtsam und respektvoll? Sie besitzen eine diskriminierungskritische Grundhaltung und sind bereit, strukturelle, institutionelle, alltägliche und sprachliche Diskriminierungen einschließlich eigener Diskriminierungserfahrungen zu reflektieren?

Dann freuen wir uns bei Interesse auf Ihre Bewerbung mit Lebenslauf und einem kurzen Motivationsschreiben (nicht länger als eine Seite) oder Motivationsvideo (nicht länger als drei Minuten) bis zum 3. August 2021 an die Projektleitung Sina Emde:

emde@stiftung-berliner-mauer.de

Haben Sie vorab Fragen? Dann melden Sie sich bitte ebenfalls gern bei Sina Emde: emde@stiftung-berliner-mauer.de

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