30 JAHRE PARLAMENT DER BÄUME

 

BAUMPFLANZUNG UND RUNDGANG MIT BEN WAGIN

Pressemitteilung

Berlin, 1. Oktober 2020 – Anlässlich des 30-jährigen Bestehens findet heute im Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt im Berliner Regierungsviertel eine Veranstaltung mit Monika Grütters und dem Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Dr. Axel Klausmeier sowie dem Künstler und Initiator des Parlaments der Bäume, Ben Wagin, statt.

Anlässlich der Entstehung des Parlaments der Bäume vor 30 Jahren sagte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters: „Ben Wagins beharrliches Engagement für „das Parlament der Bäume“, sein Natur-Mahnmal gegen Unrecht und Unterdrückung, hat mich von Anfang an tief beeindruckt. Mit diesem lebendigen Aufruf zum ‚Denk mal nach! - über den Wert von Freiheit und Demokratie, über den Wert von Natur und Umwelt, gibt Ben Wagin die Aufarbeitung der Vergangenheit auch den kommenden Generationen als bleibenden Auftrag mit auf den Weg. Umso wichtiger ist es, die Zukunft dieses einzigartigen Erinnerungsortes im 30. Jahr seines Bestehens dauerhaft zu sichern und ihn in die Stiftung Berliner Mauer zu überführen. Dafür setze ich mich weiter mit voller Kraft ein. Zu seinem 90. Geburtstag und zu seinem heutigen Jubiläum gratuliere ich Ben Wagin sehr herzlich. Neben Gesundheit und Glück wünsche ich ihm und uns weiterhin viele Denkanstöße und viel Freude an seinem Lebenswerk und hoffe, dass unser neuer Kirschbaum hier an diesem Ort viele schöne Blüten treiben wird – auch im übertragenen Sinne.“

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Dr. Axel Klausmeier, betonte: „Das Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt ist der letzte authentische Rest des DDR-Grenzregimes im Regierungsviertel. Das Parlament ist heute nicht nur ein wichtiger Teil der Berliner Gedenkstättenlandschaft, sondern zeigt auch, wie bürgerschaftliches Engagement unmittelbar nach der politischen Überwindung der Berliner Mauer durch künstlerische Aneignung einen historischen Ort langfristig erhielt und ihn sukzessive überformte. Es ist allein Ben Wagins grenzenloser Beharrlichkeit zu danken, dass diese grüne Erinnerungs-Oase gegen alle politischen und marktwirtschaftlichen Begehrlichkeiten erhalten blieb.“

Monika Grütters wird im Rahmen der Veranstaltung einen neuen Kirschbaum pflanzen. Anschließend findet ein kurzer Rundgang mit Ben Wagin statt. Der Gedenkort wurde von ihm zum 9. November 1990 auf dem Gebiet des ehemaligen Grenzstreifens der Berliner Mauer errichtet. Heute ist das eingetragene Denkmal der letzte authentische Mauerrest im Regierungsviertel. Herzstück des 500 Quadratmeter großen Gedenkortes für die Toten an der Berliner Mauer ist ein Karree aus 16 Bäumen, die 1990 die 16 gesamtdeutschen Ministerpräsidenten pflanzten und damit ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt setzten. Gedenksteine, Zeugnisse der Berliner Grenzanlagen, Blumenbeete, Bilder und Texte ergänzen die Installation, die nicht nur an die Mauertoten erinnert. Auch das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, das Lebensthema des 90-jährigen Ben Wagin, wird thematisiert. An der heutigen Veranstaltung wird auch die Klasse 1a der Grundschule Neues Tor teilnehmen. In Kooperation mit der pädagogischen Beratungsstelle „Grün macht Schule“ kommen regelmäßig Schülerinnen und Schüler zum Parlament der Bäume, um dort mit Ben Wagin zu gärtnern.

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Kontakt: Hannah Berger | Pressesprecherin Stiftung Berliner Mauer
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