AKTUELLES

 

GEDENKEN AN GÜNTER LITFIN

24.08.2019

Die Stiftung Berliner Mauer erinnert heute an Günter Litfin, der heute vor 58 Jahren bei einem Fluchtversuch als erstes Opfer durch gezielte Schüsse an der Berliner Mauer verstorben ist.

Geboren am 19. Januar 1937 in Berlin, wo er im Stadtbezirk Weißensee aufwächst, erlebt Günter Litfin als Kind und Jugendlicher den Zweiten Weltkrieg, den Wiederaufbau und die fortschreitende Teilung der Stadt. Am 24. August 1961, es ist kurz nach 16 Uhr, versucht Günter Litfin an diesem Nachmittag zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof von Ost- nach West-Berlin zu gelangen. Berichten der Ost-Berliner Volkspolizei zufolge führt sein Weg vom Charité-Gelände über eine Grundstücksmauer zum Spreeufer. Dort wird er von Angehörigen der Transportpolizei entdeckt. Von der Eisenbahnbrücke aus fordern sie den Flüchtenden auf, stehen zu bleiben, und geben Warnschüsse ab. Als Günter Litfin in das angrenzende Becken des Humboldthafens springt, eröffnen sie das Feuer. Das gegenüberliegende West-Berliner Ufer fast in Reichweite, wird er durch eine Kugel in den Hinterkopf tödlich verletzt. Drei Stunden später wird sein Leichnam von Ost-Berliner Feuerwehrleuten aus dem Wasser gezogen. Am anderen Ufer haben sich derweil Hunderte von West-Berlinern versammelt, die den Abtransport des toten Flüchtlings beobachten. Die Presseberichterstattung der nächsten Tage spiegelt die Empörung, die der Tod von Günter Litfin im Westen auslöst: „Ulbrichts Menschenjäger wurden zu Mördern!“, titelt die „BZ“, und auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ verurteilt die „brutale Kaltblütigkeit“ der Grenzposten. Ganz anders sehen die Reaktionen in Ost-Berlin aus. Unter der Überschrift „Schüsse missachtet“ wird der Flüchtling in Ost-Berliner Presseberichten als „eine wegen verbrecherischer Handlungen verfolgte Person“ hingestellt. Obwohl die Todesumstände angesichts westlicher Medienberichte allgemein bekannt sind, verlangen die Ost-Berliner Behörden, dass die Hinterbliebenen darüber Stillschweigen bewahren. Nach dem Ende der DDR werden strafrechtliche Ermittlungen gegen zwei damalige Schützen eingeleitet.

Mehr über die Geschichte Günter Litfins erfahren Sie auf den Websites der Gedenkstätte Berliner Mauer und der Gedenkstätte Günter Litfin.

Nähere Infoormationen zu den regelmäßigen Gedenkandachten in der Kapelle der Versöhnung finden Sie ebenfalls auf der Website der Gedenkstätte Berliner Mauer.

AUSSTELLUNGSPROJEKT CHECKPOINT CHARLIE – ZEITZEUGINNEN GESUCHT!

Die Friedrich-/Ecke Zimmerstraße als Ort der DDR-Grenzübergangsstelle und des westalliierten Kontrollpunktes ist einer der bekanntesten Mauerorte. Anlässlich eines neuen Ausstellungsvorhabens sucht die Stiftung Berliner Mauer ZeitzeugInnen, die ihre Erinnerungen an diesen historischen Ort teilen möchten.

Haben Sie in Ost- oder West-Berlin in der Nähe des Grenzübergangs gelebt oder gearbeitet? Oder sind sie am Checkpoint Charlie ein- und ausgereist? Haben Sie noch Erinnerungen an den Oktober 1961, als sich sowjetische und amerikanische Panzer hier gegenüberstanden? Oder an die zahlreichen Besuche von PolitikerInnen wie z.B. US-Präsident John F. Kennedy? Ist Ihnen am Checkpoint Charlie die Flucht aus der DDR gelungen? Oder wurden Sie hier festgenommen? Gehörten Sie zu den zahlreichen DemonstrantInnen in der Zimmerstraße oder haben Sie Protestaktionen miterlebt? Oder haben Sie für die Medien über oder von diesem Ort berichtet?

Mit Ihren Erzählungen möchten wir in der Stiftung Berliner Mauer die vielfältigen Geschichten dieses historischen Ortes anschaulich machen und sie für kommende Generationen bewahren. Dafür sammeln wir Ihre Erinnerungen in unserem ZeitzeugInnen-Archiv und interessieren uns für Ihre Fotos und Objekte.

Laden Sie unten stehendes Kontaktformular herunter und senden Sie es ausgefüllt postalisch oder per E-Mail an:

Stiftung Berliner Mauer
z.Hd. Dr. Susanne Muhle
Bernauer Str. 111
13355 Berlin


E-Mail: muhle@stiftung-berliner-mauer.de

Download: Kontaktformular [PDF, 140,00 KB]

Sie können uns auch gerne anrufen unter +49 (0)30 213085-167.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung. Vielen Dank!